Halbeinkünfteverfahren

Wird aus einer Rentenversicherung die Auszahlung eines einmaligen Kapitalbetrags verlangt, erfolgt die Versteuerung nach dem Halbeinkünfteverfahren. Der Steuer unterliegt die Hälfte des Unterschiedsbetrags zwischen der Kapitalzahlung und der Summe der auf sie eingezahlten Beiträge. Voraussetzung für die Anwendung des Halbeinkünfteverfahrens ist, dass zum Zeitpunkt der Auszahlung der Vertrag mindestens zwölf Jahre bestanden und der Versicherte das 62. Lebensjahr vollendet hat. In allen anderen Fällen ist die obige Differenz in vollem Umfang steuerpflichtig.
 

Günstigerprüfung

Die staatliche Förderung der RiesterRente erfolgt durch Zulagen je Ehepartner und je Kind. Zusätzlich findet im Rahmen der Einkommensteuerfestsetzung dann eine Günstigerprüfung statt (analog Kindergeld). Im ersten Schritt wird hierbei die Höhe der zu zahlenden Einkommensteuer ohne Berücksichtigung der Aufwendungen für die RiesterRente festgestellt. Danach wird die Einkommensteuerhöhe ermittelt nach Abzug der Gesamtaufwendungen für die RiesterRente (Eigenbeitrag und Zulagen). Ist die Differenz der ermittelten Einkommensteuerbeträge höher als die gewährten Zulagen, vermindert sich die zu zahlende Einkommensteuer um diesen Betrag.
 

§ 3 Nr. 63 EStG

Die steuerliche Förderung der betrieblichen Altersversorgung erfolgt durch die Steuerfreistellung der Beiträge, die im § 3 Nr. 63 EStG geregelt ist. Steuer- und sozialabgabenfrei bleiben Beiträge bis maximal 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung West (2017 = 3048 €) zuzüglich bis zu 1.800 €  steuerfrei. Die zusätzlichen 1.800 € können nicht beansprucht werden, wenn schon eine nach § 40b EStG pauschal versteuerte Direktversicherung besteht. Als Voraussetzung für die steuerliche Förderung ist festgelegt, dass als Auszahlungsform eine lebenslange Rente vorgesehen sein muss und die Beiträge aus dem ersten Dienstverhältnis stammen.
 

Portabilität

Portabilität bedeutet das Recht des Arbeitnehmers, bei Arbeitgeberwechsel seine Direktversicherung zu seinem neuen Arbeitgeber mitzunehmen. Bedingung ist, dass der neue Arbeitgeber die Versorgung in der gleichen Weise bzw. wertgleich weiterführt. Dies ist auch bei einem an deren Versicherungsunternehmen möglich. Übertragen wird das bis zum Zeitpunkt des Ausscheidens gebildete Kapital (Deckungskapital) der Versicherung. Die Übertragung ist für den Versicherten steuerfrei.
 

Kapitaloption

Bei einer privaten Rentenversicherung und im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge kann statt der Auszahlung einer Rente für eine einmalige Kapitalzahlung optiert werden. Bei der PrivatRente ist eine Option für bis zu 100 % des gesamten Kapitalbetrags möglich, bei der RiesterRente lassen sich bis zu 30 % kapitalisieren. Bei der PrivatRente ist der Auszahlungsbetrag nach dem Halbeinkünfteverfahren zu versteuern, wenn die entsprechenden Voraussetzungen (Mindestdauer zwölf Jahre, im Bezugszeitpunkt Mindestalter von 62 Jahren) gegeben sind. Bei der Direktversicherung gilt der gesamte Kapitalbetrag als zu versteuerndes Einkommen.
 

Ertragsanteilsverfahren

Der Ertragsanteil ist ein bestimmter, vom Bundesfinanzministerium festgelegter Prozentsatz, der multipliziert mit dem Zahlbetrag einer Rente den zu versteuernden Anteil ergibt. Die Höhe des Ertragsanteils ist abhängig von der Rentenart (z. B. Berufsunfähigkeits- oder Altersrente) und vom Lebensalter des Rentners bei Beginn der Rente. Der Ertragsanteil bleibt für die weitere Dauer des Rentenbezugs bestehen.
 

Zuwachs/Beitragsdynamik

Hierunter versteht man das kostenlose Recht, den Versicherungsschutz jährlich zu erhöhen, und das ohne erneute Gesundheitsprüfung. Bei dieser Erhöhung können die Beiträge nach unterschiedlichen Modellen angepasst werden. Bei der Presse-Versorgung wird standardmäßig der Beitrag in demselben Verhältnis erhöht wie der Höchstbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung der Angestellten (AVHB = Angestelltenversicherungshöchstbeitrag), mindestens jedoch um 5 % jährlich. Andere Varianten sind möglich.