Fakten statt Vorurteile

28.03.2014

Das spricht für die Lebens- und Rentenversicherung!
Manfred Hoffmann (Geschäftsführer)

Wenn man den von einigen Verbraucherschützern verbreiteten Aussagen glaubt, befindet sich die Lebens- und Rentenversicherung seit langem in der Krise. Ein weiterer Attraktivitätsverlust drohe aufgrund vermeintlicher Änderungen bei der Zuteilung von Bewertungsreserven und der Höhe des Garantiezinses.

Tatsache ist, dass die Lebensversicherer ihren Anteil an der Vermögensbildung der Bevölkerung stetig ausbauen konnten - und zwar deutlich. Von 29 % im Jahr 2000 ist er mittlerweile auf 36 % gestiegen. Das spiegelt das hohe Vertrauen der Versicherungskunden und ihren Wunsch nach Sicherheit wider. Die deutschen Lebensversicherer konnten - trotz der zahlreichen Finanzkrisen in der jüngeren Vergangenheit - ihre Garantieversprechen ausnahmslos einhalten, wohingegen beispielsweise der DAX nach der Lehman-Pleite im Jahr 2008 um mehr als 40 % abgestürzt ist.

Die zunehmende Bedeutung der privaten und betrieblichen Altersvorsorge ist unumstritten. Angesichts der niedrigen Zinsen ist es für alle Kapitalanleger schwierig geworden, lukrative Renditen zu erwirtschaften und an die Kunden weiterzugeben. Unter den wenigen echten Alternativen zur finanziellen Absicherung im Alter sind die Lebens- und Rentenversicherung die am besten geeigneten: als langfristige Sparprodukte mit integrierter Risikovorsorge und Garantieelementen, insbesondere für eine lebenslange Rente.

Lassen Sie mich nun konkret auf die Vorurteile und Fakten der aktuell diskutierten Veränderungen im Markt eingehen:

Erstes Vorurteil:
„Lebensversicherer streichen Bewertungsreserven und verweigern so garantierte Leistungen.“

Fakt ist:
Die Ausschüttung von Bewertungsreserven bei Vertragsablauf bleibt gesetzlich geregelt und garantierte Leistungen werden nicht gekürzt.

Zurzeit wird in den Medien erneut über eine geplante Gesetzes-änderung bei der Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven berichtet. Kern der Diskussion ist die mögliche Änderung der seit 2008 geltenden Regelung, nach der Versicherte bei Vertragsende anteilig an den Bewertungsreserven eines Versicherungsunternehmens beteiligt werden müssen.

Wie entstehen Bewertungsreserven?
Die Kapitalanlagen der Versicherungswirtschaft sind im Wesentlichen in festverzinslichen Wertpapieren angelegt. In regelmäßigem Turnus wird für die Wertpapiere ein Marktwert ermittelt. Übersteigt der Marktwert den Buchwert, nennt man die Differenz Bewertungsreserve. Diese entsteht bei festverzinslichen Wertpapieren wenn die Zinsen fallen, weil dadurch der am Kapitalmarkt zu erzielende Preis von Papieren mit höheren Zinsen steigt. Bis zum Ende der Laufzeit eines festverzinslichen Wertpapiers baut sich die Bewertungsreserve jedoch auf Null ab. Ein Versicherer, der das Papier bis zur Fälligkeit hält, macht also keinen Gewinn. Bewertungsreserven sind grundsätzlich volatil und haben die Funktion eines Risikopuffers, um Schwankungen am Kapitalmarkt auszugleichen.

Durch die bestehende Verpflichtung zur Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven kann jede Zinsänderung am Kapitalmarkt kurzfristig zu großen Schwankungen bei den Ablaufleistungen führen - nach oben und unten. Diese Volatilität steht im Gegensatz zum langfristigen Charakter einer Lebens- und Rentenversicherung und führt zu verständlichen Irritationen bei den Versicherten.

Eine Neuregelung soll grundsätzlich zu mehr Gerechtigkeit innerhalb der Versichertengemeinschaft führen. Sie hat nichts damit zu tun, wie Gewinne zwischen Lebensversicherern und Versicherten verteilt werden.

Niemand in der Branche kennt heute den genauen Inhalt oder den Zeitpunkt des Inkrafttretens einer etwaigen Neuregelung. Aussagen über mögliche Auswirkungen auf die Presse-Verträge können aktuell verständlicherweise nicht gemacht werden.
Aktuelle Information vom 11.4.2014:
Laut Aussage vom Bundesfinanzministerium (Referat für Bürgerangelegenheiten) gibt es "... noch keinen Umsetzungstermin... - ... keinen Gesetzesentwurf - ... und die inhaltliche Diskussion dauere noch an. Man bittet 'deshalb noch um etwas Geduld.'"

Grundsätzlich gilt jedoch: Alle Garantien und die für 2014 deklarierte Gesamtverzinsung bleiben unverändert. Eine vorzeitige Kündigung einer Lebensversicherung kann daher mit erheblichen Nachteilen verbunden sein (z. B. Verlust von Versicherungsschutz, Verrentungsrecht, künftiger Überschuss-beteiligung, Zulagen, steuerlichen Vorteilen sowie bei Vertrags-abschluss garantierter Verzinsung). Darauf weisen selbst Verbraucherschützer hin.

Zweites Vorurteil:
„Wenn der Garantiezins sinkt, dann rentiert sich die Lebens- und Rentenversicherung nicht mehr.“

Fakt ist:
Die Diskussion um den Garantiezins ist irreführend.
Für die Kunden zählt die gesamte Verzinsung.

Der Garantiezins (derzeit 1,75 %) ist ein Sicherheitswert, der über die gesamte Laufzeit nicht unterschritten werden darf. Er würde nur dann wirksam werden, wenn sich die erwirtschaftete gesamte Verzinsung eines Lebensversicherungsunternehmens bis auf diesen Wert reduzierte. Andere Kapitalanlageprodukte bieten meist keinerlei Garantie.

In den letzten sechs Jahrzehnten lag die gesamte Verzinsung der Presse-Versorgung immer deutlich über dem jeweils aktuellen Garantiezins. Sie liegt für 2014 unverändert bei 4,5 % - ein Spitzenwert nicht nur in der Lebensversicherungsbranche!

Fazit:
Kein Produkt am Markt bietet wie die Lebens- und Rentenversicherung gleichzeitig finanzielle Absicherung im Alter (als einmalige Kapitalleistung oder lebenslange Rente), bei Berufsunfähigkeit, für die Hinterbliebenen (im Todesfall) – und das bei einer respektablen Verzinsung.
Daran ändern auch eine mögliche Neuregelung der Zuteilung von Bewertungsreserven und eine Reduzierung des Garantiezinses nichts.